FILESHARING - was es ist, wie es geht, was es gibt
Schnell, schneller, am schnellsten - DSL ist das Stichwort. Nicht nur DSL verspricht in der schönen, bunten Werbewelt Leistung auf höchstem Niveau. Aber wofür müssen wir eigentlich so schnell sein im weltweiten Datennetz? Natürlich für das "Loaden"! Und das beliebteste "Loaden" ist wohl das "Downloaden". Das Herunterladen von Dateien jeder Art aus dem Internet ist mittlerweile zu einem Volkssport geworden. Ist es doch bequem, einfach und oft kostenlos. Die so genannten "Sauger" haben es vor allem auf den Punkt "kostenlos" abgesehen. Die lahmende Wirtschaft sorgt bei den Verbrauchern für leere Geldbörsen. Tonträger werden nicht mehr gekauft wie vor einigen Jahren, der Kinobesuch wird seltener und eine DVD kommt erst gar nicht ins Haus. Da bietet es sich doch an, einfach die gewünschten Lieder, Filme oder auch Bücher kostenlos aus dem Internet zu laden.
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Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich bei diesem Boom die Tauschbörsen, die nach dem Prinzip "Du mir - ich dir" funktionieren. Innerhalb von Sekunden wird eines der vielen Programme zum Tauschen von Dateien auf die Festplatte gezogen. Schnell installieren und noch einen Nick auswählen, schon können über die Suchfunktion Robbie Williams, Der Herr der Ringe oder die neusten Fotos von Claudia Schiffer gesucht werden. Mit einem Klick beginnt der Download und je nach Internetverbindung befindet sich das gewünschte Gut mehr oder weniger schnell auf den Speicherplätzen von Millionen Nutzern.
Die Dateien kommen von Computern anderer Nutzer einer gleichen Tauschbörse. Jeder angemeldete Nutzer erklärt sich mit der Nutzung damit einverstanden, dass alle auf seinem PC befindlichen Dateien für andere Nutzer des Systems zum Download bereitgestellt werden. Im Gegenzug hat der Nutzer selbst die Möglichkeit, alle nur erdenklichen Files von Millionen anderen Computern zu ziehen. So funktioniert es also, das "du mir - ich dir" Prinzip. Der Vorgang des Tauschens von Dateien selbst ist nun das berühmte, berüchtigte und bei der Industrie verhasste Filesharing.
Der wohl bekannteste Anbieter eines vor einigen Jahren sehr populären Programms zum Filesharing war Napster. Durch zahlreiche Presseberichte erlangte es seine Berühmtheit. Damals zum einen eine erfreuliche Nachricht aufgrund der Technik und der neuen Möglichkeiten im WorldWideWeb, zum anderen aber ein Skandal. Die Musikindustrie zum Beispiel war und ist auch heute noch sehr stark gegen das Tauschen von Musik & Co. Verständlich, denn der Industrie gehen dadurch Milliardeneinnahmen durch die Lappen, was die Wirtschaftsbosse natürlich nicht erfreut.
Zu Recht ist die Industrie dagegen. Denn rechtlich gesehen ist es sogar verboten und damit strafbar, beispielsweise ein Lied von Madonna herunter zu laden. Denn weder Madonna noch ihre Plattenfirma haben das Downloaden des Songs erlaubt. Es ist also Diebstahl geistigen Eigentums. Die Tauschbörsen selbst machen sich nicht strafbar mit dem Anbieten ihrer Software. Die Programme nämlich bieten nur die Technik zur Verfügung und schließlich gibt es auch Files, die kostenlos verbreitet werden dürfen. Strafbar macht sich nur derjenige, der nicht freigegebene Dateien downloadet und diese womöglich noch weiterverbreitet.
Mittlerweile machen die Plattenfirmen ernst und haben einige Personen bereits verklagt, die im großen Stil gesaugt haben. Die meisten dieser Klagen gab es bisher in den USA, allerdings ist nicht auszuschließen, dass auch hierzulande demnächst Klagen gegen Downloader zu den Tagesaufgaben der Gerichte gehören. Rechtlich gesehen ist mit empfindlichen Geldstrafen bis hin zu jahrelangen Gefängnisstrafen zu rechnen.
Auch wenn es viele Internetnutzer machen, sollte nicht mehr gedacht werden, dass man selber sowieso nicht belangt wird. Neuste Technik ermöglicht es Personen, die Downloaden, über IPs schnell ausfindig zu machen.
Dennoch, Tauschbörsen sind beliebt.
eMule, besonders für das Downloaden von großen Dateien wie Filmen, Software und ähnlichem bekannt, besitzt mittlerweile tausende Fanseiten weltweit, die auch die Downloadlinks anbieten. KaZaA ist bei Usern für die große Auswahl von Songs bekannt. WinMX ist ein neues Programm unter den Tauschbörsen und scheint auch erfolgreich zu werden.
So schnell wie die Software oft auftaucht, verschwindet sie allerdings auch wieder. Mit Zusatzfunktionen wie intrigierten Wiedergabetools, Chats und weiteren Extras sollen die verschiedenen Versionen immer attraktiver werden.
Folgen eine Liste der aktuellsten Tauschbörsen:
· http://www.audiognome.com
· http://www.bearshare.com
· http://www.blubster.com
· http://www.emule.de
· http://www.grokster.com
· http://www.imesh.com
· http://www.kazaa.de
· http://www.limewire.com
· http://www.morpheus.com
· http://www.napigator.com
· http://www.overnet.com
· http://www.shareaza.com
· http://www.winmx.de
Jeder Nutzer von Musiktauschbörsen sollte wissen, dass, auch wenn Sie kostenlos nutzbar sind, die Programmierer der Software natürlich nicht umsonst arbeiten und auch einen kleinen Gewinn erzielen wollen. So sind die Programme zum größten Teil werbefinanziert. Oft wird auch die angegebene E-Mail-Adresse genutzt um mit E-Mail-Werbung Profit zu erwirtschaften. Viele Anbieter bieten mittlerweile auch bezahlte Dienstleistungen an, wie zum Beispiel extra schnelle Verbindungen zum schnelleren Download.
Internetnutzer, die über ein Modem ins Datennetz gehen oder andere relativ kostenintensive Zugangsmöglichkeiten nutzen, sollten sich bewusst sein, dass es dann nicht unbedingt günstiger ist etwas herunter zu laden. Die Onlinekosten können bei langen Downloadzeiten überwiegen. Heruntergeladen wird nämlich nur, wenn der User, von dem man die Datei lädt, auch online ist und das Programm gestartet hat. Vor allem bei größeren Dateien kann der Download somit über mehrere Tage gehen. Kommt dann noch eine langsamere Internetverbindung dazu, kann das Filesharing schnell zur Kostenfalle werden und ein direkter Kauf wäre evtl. günstiger geworden.
Ob die Musiktauschbörsen eine Zukunft haben, ist fraglich. Zumindest die nicht offiziell zum kostenlosen Download gedachten Angebote werden wohl früher oder schneller verschwinden und nur noch wirklich kostenlose und zur Verbreitung gedachte Files werden zu haben sein. Die Musik-, Film und Softwareindustrie wird schon dafür sorgen.
Tauschbörsen waren am Anfang übrigens nur für Musik gedacht. Daher werden Sie oft auch noch "Musiktauschbörsen" genannt. Mittlerweile gibt es allerdings alle möglichen Dinge downzuloaden. Musik ist allerdings immer noch einer der häufigsten Gründe, warum sie genutzt werden.
Eine weitere Gefahr sollte bei der Nutzung von Tauschbörsen ebenfalls nicht aus den Augen verloren werden: Es ist die Gefahr, sich Viren herunter zu laden. Hinter Musik-, Film, oder Softwaretiteln können diese Viren versteckt sein. Lädt man sich die gewünschte Datei herunter, hat man evtl. später einen Virus auf der Festplatte, der Daten löscht, Spammail verschickt oder anderes Unheil anrichtet. Deshalb ist eine Anti-Viren-Software Pflicht. Denken Sie auch daran, regelmäßige Updates auszuführen, um immer vor den neusten Arten sicher zu sein. Auch Spionageviren können sich auf Ihren Computer laden!
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