Ausdauertraining und Internet

Ausdauertraining und Internet
Keine größere Stadt kommt heute mehr ohne einen Volkslauf aus. Wettkampfstrecken von 5 über 10 Km bis hin zur Halbmarathondistanz werden in Deutschland angeboten wie Sand am Meer und auch die Zahl der echten Marathonveranstaltungen nimmt stetig zu. Wo ein Emil Zatopek noch vor einigen Jahrzehnten wie ein Wundertier bestaunt wurde, machen sich heute ganze Belegschaften, Cliquen und Familien auf die lange Reise zur absoluten Fitness.

Anzeige:

Das Internet als Katalysator der Laufbewegung
All diese Freizeitsportler brauchen dabei vor allem Eines, um ihr Ziel zu erreichen: Information. Wie sieht ein effektives und gesundes Training aus? Was kann ich meinem Körper zumuten? Welche Schuhe sind für mich die Richtigen und welche Ernährung macht mich schneller, welche langsamer? Diese und tausend weitere Fragen tauchen spätestens dann auf, wenn man die ersten paar Male einsam und allein durch den Wald gejoggt ist und sich zu Hause mit Muskelkater, Zerrungen und anderen Beschwerden plagt, die einen Erfolg des Vorhabens Ausdauertraining in weite Ferne zu rücken scheinen. Früher war es wenigen Menschen vorbehalten, die richtigen Antworten auf diese Fragen aus berufenem Munde zu erfahren. Wer nicht gerade in einem Leichtathletikverein war und einen erfahrenen Trainer an seiner Seite hatte, hatte es ausgesprochen schwer, die Erfolgsaussichten der eigenen Bemühungen einzuschätzen oder seine eigenen Trainingsfehler zu erkennen und abzuschalten. Im Zeitalter des Internet sieht die Sache allerdings anders aus. Der durchschnittliche Freizeitsportler von heute hat keinen Informationsmangel mehr, sondern sieht sich einem schier unerschöpflichen Reservoir des Wissens und manchmal auch des Halbwissens gegenüber.

Professionelle Laufseiten
Wer auf Nummer sicher gehen will, wird sich zur Informationsbeschaffung auf professionelle Laufseiten verlassen. Professionell sind solche Seiten, wenn sie von Sportvereinen, Profiläufern wie Dieter Baumann, Laufmagazinen oder erfahrenen Freizeitsportlern stammen, die bereits einen weiten Weg zurückgelegt haben. Die durchschnittlich vorhandenen Features solcher Seiten sind ein Forum zum Informationsaustausch, umfangreiche, oft auch zum Download bereitgestellte Trainingstipps, medizinische Hintergrundinformationen und individuell zusammenstellbare Trainingspläne. Die Seriosität solcher Angebote erkennt man an der Ausgewogenheit der Informationen. Patentrezepte werden weder geboten, noch in Aussicht gestellt. Stattdessen wird Hilfe zur Selbsthilfe und zur Selbstanalyse des Sportlers geboten. Das Internet macht all diese wertvollen Informationen für jeden und zu jeder Zeit verfügbar. Eigentlich kein Wunder, dass die Laufbegeisterung der Deutschen seit Jahren immer mehr zunimmt. Doch ist das schon alles, was das Internet hier leisten kann?

Motivationshilfe
Wir kennen es doch alle: Man weiß genau was zu tun ist und doch lässt sich der innere Schweinehund einfach nicht überwinden. Was also nutzen die schönsten Trainingspläne und Ernährungstipps, wenn wir unserer eigenen Faulheit ausgeliefert bleiben? Das Internet hilft auch hier weiter. Denn der wichtigste Teil des World Wide Web sind eben nicht die reinen, abrufbaren Informationen, sondern die Menschen, die hinter diesen Angeboten stehen und die Informationen überhaupt erst strukturieren und verfügbar machen. Die Internetseiten solcher Profis bieten dann auch weit mehr, als nur die Chance, sich umfassend zu informieren. Die pure Information könnte der Freizeitsportler sich auch aus Büchern oder Fachzeitschriften holen. Weitaus wichtiger ist in diesem Zusammenhang die Schnittstellenfunktion solcher Webseiten. Die vorgefundenen, statischen Informationen sind nicht endgültig und in sich abgeschlossen, sondern laden den User ein, darüber zu diskutieren, sich mit anderen Usern auszutauschen und die Inhalte oft sogar durch eigene Beiträge zu ergänzen. Die Diskussionsforen, die meist an solche Seiten angebunden sind, leisten dann auch genau das, was Bücher und Zeitschriften nicht zu leisten vermögen: Sie geben dem Freizeitsportler die Möglichkeit, Feedback zu erhalten. Wenn man sich in einem solchen Forum einmal den Frust über die eigene Faulheit oder die vermeintlich schlechten Trainingsergebnisse und Bestzeiten von der Seele geschrieben hat und daraufhin viele aufmunternde und ermutigende Antworten bekommt, dann wird das Training anschließend um einiges leichter fallen, als zuvor.

Tools für Ausdauersportler
Mit der Bereitstellung von Informationen und der Möglichkeit des Erfahrungsaustausches sind die Vorteile des Internet für Ausdauersportler nun aber noch keineswegs ausgeschöpft. Software und interaktive Dienste runden den Katalog der Vorteile ab. Es existieren zahlreiche, zum Teil kostenlose Softwareprogramme zur Trainingsplanung und Auswertung, zur Streckenmessung und zur Ernährungsplanung, die auf den diversen Laufseiten zum Download angeboten werden. Diese Programme erleichtern die organisatorische Seite des Ausdauersports erheblich und ermöglichen es überhaupt erst, die gesammelten Informationen, Trainingstipps und die eigenen Ambitionen sinnvoll und übersichtlich zusammen zu führen und effizient umzusetzen.

Information, Motivation, Organisation
Zusammenfassend zeigt sich also, dass der Ausdauersportler von heute durch das Internet in die Lage versetzt wird, sein Training im Idealfall unabhängig von Vereinen oder Laufgruppen zu gestalten. Vom Anfänger zum erfahrenen Läufer wird man heute nicht mehr nur durch eine Mitgliedschaft im Verein, der starre Trainingszeiten vorgibt und mit dem modernen Arbeitsleben vieler Menschen oft gar nicht mehr vereinbar ist. Das Internet verschafft also auch dem Sportler mehr Autonomie und Flexibilität bei der Erreichung der selbst gesteckten Ziele durch Information, Motivation und Hilfe bei der Organisation.

Anzeige: